Montag, 22. April 2019

[Rezension] Damals war es Friedrich - Hans Peter Richter

Titel: Damals war es Friedrich
Autor:  Hans Peter Richter
Genre: Jugendbuch
Erscheinungsdatum:  1. Oktober 1979
Anzahl der Seiten: 176
Cover und Inhaltsangabe © dtv




"Zwei Jungen wachsen im selben Haus auf und gehen in die selbe Schulklasse. Jeder wird als einziges Kind von verständnis- und liebevollen Eltern erzogen. Selbstverständlich werden sie gute Freunde und jeder ist in der Familie des anderen daheim. Doch Friedrich Schneider ist Jude und allmählich wirft der Nationalsozialismus seine Schatten über ihn. Langsam gleitet die Geschichte aus der heilen Kinderwelt in ein unfassbares Dunkel."




"Damals war es Friedrich" von Hans Peter Richter war mal wieder ein kleiner Schatz, den ich in einem Bücherschrank gefunden habe! Ich habe ehrlich gesagt zuvor noch nie etwas von diesem Buch gehört, muss aber nun nach dem Lesen sagen, dass ich dieses Buch als sehr wichtige Lektüre einstufe. Ich hätte es sehr gerne bereits in meiner Schulzeit gelesen.

Zu Zeiten der Erstveröffentlichung im Jahre 1961 war dieses Buch auch eins der ersten, dass sich mit dem Thema Judenverfolgung auseinander gesetzt hat. In sehr kurzen, aber sehr eingängigen Kapiteln beschreibt der Autor hier das Leben eines deutschen und eines jüdischen Jungen in der Anfangszeit des Nationalsozialismus bis hin zur Kriegszeit!




Interessant an "Damals war es Friedrich" ist in erster Linie, dass der deutsche Junge, aus deren "Ich"-Perspektive wir das gesamte Geschehen erfahren, bis zum Ende des Buches namenlos bleibt. Im Grunde ist es auch egal, wer dieser Erzähler ist, denn in dieser Geschichte geht es um Friedrich, einem jüdischen Jungen, der die Härte der damaligen Zeit am eigenem Leib zu spüren bekommt!

Dabei beginnt alles sehr schleichend. Als Leser lernen wir erst einmal die beiden Jungs kennen, die in einem Haus wohnen und sich früh anfreunden. Wir erleben ihre ersten Annäherungsversuche mit, sind bei ihrer Einschulung dabei und erfahren auch, wie die Eltern sich kennenlernen.

Dann kommt es jedoch zu ersten Anfeindungen den Juden gegenüber und der Autor lässt uns an den vielen Ausgrenzungen teilhaben. So war es für mich wirklich sehr schwer zu ertragen, wie Friedrich, aber auch seine Eltern hier behandelt wurden. Beim Lesen musste ich tatsächlich so einige Male schlucken, so wütend hat es mich gemacht, zu welchen Grausamkeiten Menschen doch fähig sind.

Mit jedem Kapitel steigert sich das Grauen des Antisemitismus, bis zu einem Ende, das mich hier tatsächlich zum Weinen gebracht hat. "Damals war es Friedrich" gehört für mich zur Pflichtlektüre, denn auch in der heutigen Zeit gibt es doch noch viel zu viele Ausgrenzungen, Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten! "Damals war es Friedrich" als Titel könnte nicht passender sein, denn wer ist es morgen?




"Damals war es Friedrich" ist eine Geschichte, die wirklich nahe geht, zum Nachdenken anregt und gleichzeitig eine ungemeine Wut schürt. Für mich eine absolute Pflichtlektüre!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Datenschutzerklärung
dieses Blogs.