Mittwoch, 24. Februar 2021

[Rezension] Schindlers Liste - Thomas Kenealy

  


Titel: Schindlers Liste

Autor:  Thomas Kenealy
Genre: Roman
Erscheinungsdatum: 1. März 1994
Anzahl der Seiten: 345
Cover und Inhalsangabe: © Goldmann

Begonnen: 07.01.2021
Beendet: 11.01.2021


"Oskar Schindler, Bonvivant, Spekulant und Charmeur, ein Industriellensohn aus Mähren, Liebhaber schöner Frauen, brillanter Geschäftsmann, gutaussehender blonder Deutscher - dieser Mann übernimmt 1939 in Krakau eine "arisierte" Emailfabrik. Seine Arbeiter sind Juden, sie haben es gut bei ihm. Binnen kurzem ist Schindler mit jedem wichtigen Nazi in Krakau "befreundet", er macht grosszügige Geschenke, arrangiert ausschweifende Feste, besticht, wo es sich lohnt. 1942, bei der Auflösung des Krakauer Ghettos, sieht er mit an, wie Juden zusammengetrieben und auf der Strasse erschossen werden. Er sagt später dazu: "Seit damals musste jedem denkenden Menschen klar sein, was geschehen würde. Und ich nahm mir fest vor, das zu verhindern." Schindler verhindert es in den nächsten Jahren mit allen Mitteln. Er wird zur Hoffnung vieler, die vor allem unter der unglaublichen Willkür des KZ- Kommandanten Göth leiden."


"Schindlers Liste" habe ich als Film natürlich schon etliche Male gesehen, doch ich hatte nicht gewusst, dass es eine Buchvorlage gibt - bis ich diese nun in einem öffentlichen Bücherschrank entdeckt habe. Der Autor versucht mit seinem Werk hier, den Geschäftsmann Oskar Schindler zu ergründen, der während des zweiten Weltkrieges zahlreiche Menschenleben rettete.

Thomas Kenealy erklärt dabei bereits zu Beginn des Buches, dass er die Geschichte wie einen Roman aufgebaut hat, sich allerdings ausschließlich auf Fakten konzentriert und vorhandene Lücken demnach auch nicht schließt. Er schafft auf jeden Fall ein sehr menschliches Bild von Oskar Schindler, zeigt seine Schwächen auf und lässt ihn schließlich auf Menschen treffen, die seine guten Charaktereigenschaften ans Tageslicht bringen. Durch Gespräche mit Personen, die Oskar Schindler kannten, werden hier aber nicht Schindlers eigene Gedanken wiedergegeben, sondern nur seine "Taten" aufgezeigt.

Natürlich treten auch einige Personen auf, die man nur verabscheuen kann, wie beispielsweise den SS-Offizier Göth. Dem gegenüber steht allerdings Schindler, der doch zeigt, dass es auch in dieser dunklen Zeit einen Weg gab, Widerstand zu leisten. Er hat schließlich seinen Einfluss und sein Geld benutzt, um seine Arbeiter vor dem sicheren Tod in den Konzentrationslagern zu beschütten. Natürlich sollte man hier erwähnen, dass es viele Leute gab, die Schindler an seiner Seite hatte und die ihn auch immer wieder unterstützt haben.

Das Buch besitzt einige sehr beklemmende Abschnitte, in denen der Autor die Grausamkeiten des Holocaust aufzeigt. Für meinen Geschmack las sich das Buch über lange Strecken aber doch mehr wie ein Tatsachenbericht als wie ein Roman. Obwohl die abgedruckten Bilder eine gewisse Nähe erschaffen, konnte mich der Schreibstil leider nicht direkt in diese düstere Zeit katapultieren.


"Schindlers Liste" ist ein interessanter Einblick in das Leben eines Mannen, der während des zweiten Weltkrieges zahlreiche Menschenleben retten konnte. Die sehr beklemmenden Momente werden allerdings durch den doch recht trockenen Stil des Autors abgeschwächt. Der Film hat mich mehr berühren können als der Film, ich halte diesen Roman/Bericht aber dennoch für eine gute Ergänzung ...

Ich vergebe 4 von 5.

Kommentare:

  1. Huhu!

    Das Buch hab ich vor einer gefühlten Ewigkeit gelesen, aber mich hatte das damals sehr beeindruckt. Ich lese ja ungerne Geschichten aus dieser Zeit, aber das war eins, das mich interessiert hat. Den Film dazu fand ich übrigens auch sehr gut gemacht!
    Das Buch steht auf meiner re-read Liste - ob ich es in diesem Jahr schaffe weiß ich allerdings nicht, meine Leselisten sind gut gefüllt, und auch meine re-read Liste ^^

    Liebste Grüße und viel Wärme für euch, ich hoffe, ihr könnt die Sonne genießen, langsam steigen die Temperaturen ja <3

    Aleshanee

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Aleshanee :D

      Ich muss sagen, dass mir hier tatsächlich der Film viel näher ging als das Buch, obwohl das Buch definitiv auch einige starke Momente hatte. Aber es erschafft doch ein gutes und vorallem auch menschliches Bild von Oskar Schindler. Das hat mir gut gefallen, ich glaube, mir war die Geschichte ansonsten etwas zu trocken erzählt.

      Danke für deine lieben Worte! Jetzt wird es tatsächlich wieder wärmer und wir sind viel wandern und unterwegs!

      Liebe Grüße
      Jessi

      Löschen
  2. Hallo Jessi,

    dank Aleshanees Kommentar weiß ich, wo ich das Buch vor Kurzem gesehen habe. Ist ja witzig, dass es so kurz hintereinander vorgestellt wird. Aleshanee hatte es bei einem TTT-Beitrag dabei.

    Den Film finde ich auch klasse. Das Buch reizt mich hingegen nicht, obwohl du es gut beschrieben hast.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Nicole :D
      Ja, das Buch habe ich da auch bei ihr entdeckt. Ein witziger Zufall!
      Für mich war das hier auch so ein seltener Fall davon, dass ein Film mal besser und auch emotionaler ist als das Buch. Ich bin dennoch froh, es gelesen zu haben, vor allem, da Menschlichkeit zunehmend doch verloren geht ...

      Liebe Grüße
      Jessi

      Löschen

Mit Nutzung der Kommentarfunktion akzeptierst du die Datenschutzerklärung
dieses Blogs.