Samstag, 18. Dezember 2021

[Rezension] Gib mir was, sonst kriegste was! - Lesley Glaister

 


Titel: Gib mir was, sonst kriegste was! 

Autor:  Lesley Glaister

Genre: Roman
Erscheinungsjahr: 1995
Anzahl der Seiten: 264
Cover und Inhalsangabe: © Diogenes

Begonnen: 11.11.2021
Beendet: 13.11.2021




Kurz vor Halloween habe ich dieses Buch in einem Bücherschrank entdeckt, bei dem mich vor allem das Cover angesprochen hat. Anders als erwartet, erzählt "Gib mir was, sonst kriegst du was" eine Geschichte über das Älterwerden und die Verbitterung, die Menschen mitunter davon abhält, ihr Leben in den letzten Jahren zu genießen.

Die Autorin beschäftigt sich hier mit drei Parteien, die nebeneinander in einem Reihenhaus wohnen. Zum einen ist da die doch sehr senile Olive, die mit ihrem Arthur ein recht eintöniges Leben führt. Olive verlässt das Haus kaum noch und Arthur lebt eigentlich nur noch für Olive und seinen Schrebergarten. Immer wieder erfährt der Leser, wie frei die beiden früher waren und wie sie im Laufe der Jahre zu ganz anderen Menschen wurden.

Nell beneidet Olive schon ihr ganzes Leben, was aus ihr eine verbitterte alte Frau gemacht hat. Nun will auch noch ihr unfähiger Sohn Rodney bei ihr einziehen und hält ihr vor Augen, wie viel sie selbst falsch gemacht hat. Nell symbolisiert hier sehr schön jemanden, der sich selbst schon aufgegeben hat und nur noch die Fehler ihrer Mitmenschen sucht.

In der letzten Sicht erfahren wir die Geschichte einer jungen Familie. Die schwangere Petra hat zuvor mit ihren Kindern in einer Kommune gelebt, fühlt sich in der neuen Gegend aber nicht wohl. Auch ihr Sohn Wolfe findet keinen Anschluss und freundet sich schließlich mit Arthur an, um ihm in seinem Schrebergarten zu helfen. So knallen die drei Parteien hier schließlich zusammen und es wird klar, das jeder meint, die Nachbarn zu kennen, obwohl niemand wirklich ahnt, mit welchen Problemen ein jeder von ihnen zu kämpfen hat.

Es ist anscheinend sehr schwer, das Leben anderer Menschen zu akzeptieren und sich nur auf das eigene zu konzentrieren. Dies beschreibt dieser Roman sehr schön. Die Charakterzeichnung fand ich gelungen. Jede Person hat hier einen ganz eigenen Hintergrund und es wird deutlich, dass wir alle unser Päckchen zu tragen haben.

Ich empfand diesen Roman als sehr bitter, denn er zeigt doch sehr auf, welche Probleme das Alter mit sich bringt. Der Kontrast zu der jungen Familie, die ihr Leben noch vor sich hat und nun eigene Entscheidungen treffen muss, ist passend, denn letztendlich sind wir alle selbst dafür verantwortlich, wie, wo und vor allem wofür wir leben. Für dieses Buch sollte man auf jeden Fall in der richtigen Stimmung sein, denn das Ende ist so bitter, dass beim Zuschlagen doch ein unangenehmer Geschmack zurückbleibt!




Eine Geschichte über das Bittere des Älterwerden. Keine leichte Kost, aber eine, die doch neue Blickwinkel auf das eigene Leben schafft! 

Ich vergebe 5 von 5.



2 Kommentare:

  1. Hallo Jessi,

    wieder eine Buchentdeckung aus dem Bücherschrank, die sich sehr gut anhört. Für die Thematik muss man eindeutig in der richtigen Stimmung sein.

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Huhu Nicole,
      oh ja, die richtige Stimmung ist hier echt notwendig, ich fand es rückblickend auch nicht gerade die perfekte Halloweenlektüre, aber das Alter beziehungsweise Altern ist für viele Leute sicherlich schon ein großer Horror!

      Liebe Grüße
      Jessi

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