Sonntag, 11. November 2018

[Rezension] Geisterstunde - Peter Straub

Titel: Geisterstunde
Autor:  Peter Straub
Genre: Horrorroman, Roman
Erscheinungsdatum: 7. November 2005
Anzahl der Seiten: 587
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann




"Der Schrecken wartet nur auf seine Chance. Vier Männer erzählen sich gegenseitig Gespenstergeschichten, um sich zu unterhalten. Doch plötzlich kommt es in der Stadt zu einer Serie von mysteriösen Morden und abscheulichen Gräueltaten. Voller Entsetzen müssen die Männer erkennen, dass sie die Grenze zwischen Fantasie und Wirklichkeit überschreiten und die schlafenden Geister zum Leben erwecken."




Nun habe ich Halloween genutzt, um endlich einmal ein Buch von Peter Straub zu lesen. "Geisterstunde" lag hierbei schon ewig auf meinem Sub und ich war immer etwas abgeschreckt über die doch recht negativen Meinungen über die Komplexität der Geschichte.

Und ja, ich muss hier auch gestehen, dass ich furchtbar schwer in die Geschichte reingekommen bin. Es kommen gefühlt 60 Personen vor, die ich beim Lesen unmöglich zuordnen konnte. So hatte ich leider kein klares Bild vor Augen und musste mich sehr anstrengen, der eigentlichen Handlung überhaupt zu folgen.

Ich weiß an dieser Stelle natürlich nicht, ob die Übersetzung auch ihren Teil dazu beigetragen hat, dass ich dieses Buch nicht genießen konnte, aber es war tatsächlich so, dass ich das Buch sehr oft frustriert und mit Kopfweh beiseite legen musste, da es doch sehr anstrengend zu lesen war.




An dieser Stelle kann ich keine Charaktere näher beschreiben, da es keine Hauptpersonen in dieser Geschichte gibt. Es wird aus so vielen Sichten erzählt und so viele Namen genannt, dass mir auch an dieser Stelle die Zuordnung sehr schwer fällt!

Wir haben natürlich die vier Herren, die sich gegenseitig Geschichten erzählen, dann eine geheimnisvolle Frau, die in die Stadt kommt und dann natürlich die Einwohner selbst. Während Stephen King seine Charaktere sehr genau beschreibt, bleiben sie bei Peter Straub nur Namen ohne Aussehen und ohne Persönlichkeit, weswegen ich leider nicht tief genug in die Geschichte eindringen konnte.




Ihr merkt sicher, dass ich mich recht schwer mit meinem allerersten Buch von Peter Straub getan habe. Ich habe mich leider über große Teile durchgequält. Meine Notizen zu dem Buch sind wirr, einfach weil kein roter Faden zu erkennen ist. Die Geistergeschichten, die im Klappentext angesprochen werden, stehen leider auch nicht im Fokus des Ganzen. Viel mehr geht um das kleine Städtchen, das plötzlich scheinbar von den Geistern der Verstorbenen heimgesucht wird.

Ich muss zugeben, dass ich schon nach wenigen Seiten vollkommen überfordert war. Peter Straub springt auch sehr gerne zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her, was mich als Leser noch mehr verwirrt hat. Irgendwann habe ich mich zwar halbwegs in die Geschichte eingefunden, aber auch dann gabs es noch Charaktere, die zuvor noch nicht vorkamen.

Lange Zeit blieb mir auch unklar, worauf die Geschichte denn hinaus will. Geht es um den Tod von Edward, einem Freund der Altherrengesellschaft? Um die ganzen privaten Problemchen der Bewohner? Oder doch um die "Selbstmorde", die gerade geschehen? Bis sich der Nebel dichtet, dauert es hier tatsächlich furchtbar lange. Nur eine Sache hat mich durchhalten lassen: Ich wollte unbedingt wissen, wie das Buch zu Ende geht!

Das Ende ist dann wirklich gelungen, auch wenn die Geschichte für mich einen intensiveren und vor allem flotteren Anfang gebraucht hat. Peter Straub hat seine erschaffene Welt selbst absolut im Griff, hat es aber nicht geschafft, mich ebenfalls in sie abtauchen zu lassen! Es gab viel zu viel Nebensächlichkeiten und leider keinen roten Faden! Die Idee hinter dem ganzen ist echt gut, aber das Buch erfordert enorm viel Aufmerksamkeit und ließ mich einfach nicht abschalten beim Lesen ...




"Geisterstunde" war für mich leider eine sehr zähe Lektüre. Die Geschichte besaß für mich leider viel zu viele Charaktere, die ich mir allesamt nicht so wirklich vorstellen konnte. Das Buch war sehr schwer zu lesen und deswegen blieb auch die erhoffte Gruselatmosphäre leider aus ...



Freitag, 9. November 2018

[Rezension] Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab (Band 5) - Jonathan Stroud

Titel: Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab (Band 5)
Autor: Jonathan Stroud
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Erscheinungsdatum: 27. November 2017
Anzahl der Seiten: 512
Cover und Inhaltsangabe © cbj

Achtung! Band 5 einer Reihe! Rezension enthält Spoiler!




"In ihrem letzten Abenteuer begeben sich die Agenten von Lockwood & Co. auf eine lebensgefährliche Mission: Sie brechen in das mit Sprengfallen gesicherte Mausoleum ein, in dem die legendäre Agentin Marissa Fittes ruht. Doch tut sie das wirklich?
Und das ist nur eine der alles entscheidenden Fragen, deren Antwort die blutjungen Agenten ergründen müssen. Erst dann können sich Lockwood & Co. ihren Widersachern, seien sie lebendig oder aus dem Reich der Toten, in einer letzten gewaltigen Auseinandersetzung stellen. Damit ihnen dies gelingt, müssen sie sich auf die Hilfe einiger völlig unerwarteter und ungeheuer unheimlicher Verbündeter einlassen. Grusel, Gänsehaut und Grabgelächter garantiert!"




Nun ist es also so weit, das letzte Abenteuer von "Lockwood & Co" liegt hinter mir und ich muss gleich zu Beginn dieser Rezension sagen, dass ich Lucy, George und Anthony schrecklich vermissen werden. Die drei (und später auch Holly) sind mir sehr ans Herz gewachsen, sodass ich diesen Abschlussband nun mit einem lachenden und einen weinenden Auge gelesen habe.

Natürlich besitzen unsere drei Ermittler auch hier wieder ihren bissigen Humor, ihre gewohnte tollpatschige Art und auch ihrem Zusammenhalt. In diesem Band wartet kein gewöhnlicher Fall auf "Lockwood & Co", vielmehr geht es darum, alle Fragen zu beantworten, die in den letzten Teilen nach und nach aufgeworfen wurden. So steht Marissa Fittes im Fokus des Ganzen, was ja bereits der Vorgängerband mit seinem Cliffhanger angedeutet wurde.

Es gibt wieder einige gefährliche Hindernisse zu überwinden, um der ganzen Wahrheit endlich auf die Spur zu kommen. Dabei geht es nicht nur einmal um Leben und Tod. So spannend ich diesen Teil auch fand, dieses Mal hat der Autor leider keine echte gruselige Atmosphäre erschaffen können. Es war viel mehr sehr viel Action verbunden mit dem Drang, so ziemlich alle Fragen beantworten zu wollen.

Natürlich musste die Reihe irgendwann zum Abschluss kommen und für mich war "Das Grauenvolle Grab" auf jeden Fall ein würdiger letzter Band. Nur eine Sache, hat mich am Ende etwas enttäuscht: Die "Liebes"-Geschichte wird auch hier nicht zu Ende erzählt. Der Autor überlässt es hier vielmehr den Leser, wie es mit Lucy und Anthony denn weitergehen wird. Das ist ein Detail, das ich dem Autor tatsächlich übel nehme und mit dem ich erst mal versuchen muss, klarzukommen! :P




Der letzte Band der "Lockwood & Co" Reihe konnte mich auf jeden Fall überzeugen, obwohl ich auch hier die gruselige Atmosphäre der ersten Bände etwas vermisst habe. Dennoch geht es die ganze Geschichte hier würdig und sehr spannend zu Ende. Der Autor versucht, alle Fragen zu beantworten, auch wenn eine Sache dann doch für meinen Geschmack zu offen blieb ...

Mittwoch, 7. November 2018

[Rezension] Vier.Zwei.Eins: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge - Erin Kelly

Titel: Vier.Zwei.Eins: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge
Autor:  Erin Kelly
Genre: Roman, Thriller
Erscheinungsdatum: 22. August 2018
Anzahl der Seiten: 480
Cover und Inhaltsangabe © Scherz



"Im Sommer 1999 erleben Kit und Laura eine totale Sonnenfinsternis in Cornwall.
Beide sind jung und verliebt, sie sind fest davon überzeugt, dass sie noch viele solche Naturereignisse gemeinsam beobachten werden.

Im fahlen Dämmerlicht danach, als sich der Schatten auflöst, glaubt Laura etwas gesehen zu haben. Eine brutale Vergewaltigung. Doch der Mann bestreitet alles. Die Frau schweigt. Seine Aussage gegen die von Laura.
Monate nach der Gerichtsverhandlung steht die Frau plötzlich vor Lauras und Kits Tür. Schleicht sich auf merkwürdige Weise in ihr Leben. Nur Kit scheint zu sehen, was Beth Taylor wirklich ist: eine Bedrohung.

15 Jahre später leben Laura und Kit unter falschem Namen an einem geheimen Ort. Keine Kontakte in die sozialen Medien, kein Eintrag im Telefonbuch, nur gelegentliche Telefonate. Etwas liegt noch immer im Dunklen, Laura fürchtet es, und sie ahnt, dass sie nur einen Teil des Bildes sieht. Doch dann steht Beth Taylor plötzlich vor Lauras Tür. Und jetzt drängt die Wahrheit mit aller Macht ans Licht…"




"Vier.Zwei.Eins" von Erin Kelly besaß für mich von der ersten Seite an eine gewisse Grundspannung, die ich bei vielen aktuellen Thriller zur Zeit etwas vermisse. Die Autorin schafft es hier, den Leser erst einmal im Ungewissen zu machen. Sie offenbart eine Tat, lässt jedoch offen, wer hier nun Opfer und Täter ist. Dieses Verwirrspiel hat mich von Anfang an magisch in den Bann gezogen,

Klar, das Buch ist in erster Linie ein Roman und ist sehr ruhig, dafür aber sehr tiefgründig und atmosphärisch erzählt. Diese beiden Faktoren sind mir beim Lesen besonders wichtig und deswegen kann ich an dieser Stelle nur sagen, dass ich Erin Kellys Schreibstil sehr passend und mitreißend fand.




- Laura -

Die Autorin hat mit Laura das Bild einer Frau geschaffen, die durch eine einzige "Entscheidung" ihr ganzes Leben aufs Spiel sitzt. So ist es Laura, die sich vor Gericht für das Opfer der "angeblichen" Vergewaltigung einsetzt. doch hat sie wirklich das gesehen und gehört, was sie vorgibt?

In der Gegenwart scheint diese Tat noch immer Wellen zu schlagen. Laura leidet an Panikattacken und verlässt das Haus kaum noch. Sie hat Angst vor Beth, der sie damals vor Gericht geholfen hat. Doch warum eigentlich?

- Beth -

Ist Beth hier Opfer oder Täterin? Die Autorin lässt Beth hier sehr mysteriös erscheinen. So bleibt lange Zeit unklar, ob die Vergewaltigung tatsächlich eine Vergewaltigung war. Direkt nach der Verhandlung und der Urteilsverkündung steht sie nämlich bei Laura und Kit auf der Matte und schleicht sich scheinbar immer mehr in ihr Leben ein!

Ich empfand die Charakter allesamt sehr spannend und facettenreich, gleichzeitig aber auch sehr mysteriös gehalten. Als Leser fiel es mir schwer, einzuschätzen, wen ich hier vertrauen kann und wem nicht!




Mit Thrillern tue ich mich seit einigen Wochen recht schwer, doch nun kam dieses Buch, das eigentlich ein Roman ist, aber mehr Spannung, Atmosphäre und kluge Wendungen besaß, als die letzten meiner gelesenen Bücher auf denen dick "Thriller" auf dem Cover stand.

Tatsächlich entwickelt sich die die Geschichte in "Vier.Zwei.Eins" sehr langsam, aber das braucht der Leser auch, um die verschiedenen Charaktere kennenzulernen. Bis das abgehandelt ist, was der Klappentext bereits wiedergibt, vergeht erst einmal ein Drittel der Geschichte. Bei anderen Büchern hätte ich dies wohl als etwas in Länge gezogen betrachtet, doch hier war alles stimmig.

Erin Kelly baut eine wunderbare Grundstimmung auf und lässt von Anfang viele Frage für den Leser offen. Durch ihre Erzählperspektiven scheinen wir auch nicht das volle Ausmaß der ganzen Handlung präsentiert zu bekommen, sondern immer nur recht subjektive Wahrnehmungen. Wir wissen also nicht, wem wir hier nun glauben oder gar vertrauen können.

So ist da Laura, die einen Mann und eine Frau bei einer Vergewaltigung sieht. Der Mann streitet alles ab, die Frau ist so geschockt, dass sie erst einmal schweigt. Vor Gericht stehen sich hier nur zwei angebliche "Wahrheiten" gegenüber. Aber was ist in dieser Nacht wirklich passiert?

Interessant fand ich auch das Thema "Sonnenfinsternis", das sich durch das ganze Buch zieht. Nicht nur, dass Kit total davon besessen zu sein scheint, jede Finsternis zu sehen, nein, auch im übertragenden Sinne passt es perfekt, haben sich doch auch urplötzlich Schatten über Lauras und Kits Leben gelegt.

Bis zum Ende passieren einige Merkwürdige Dinge und die Autorin schafft es perfekt, den Leser in eine gewisse Richtung zu drängen. Mit dem Ende und vor allem der Auflösung hätte ich niemals gerechnet. Es war mal wieder ein Buch, das hier eine sehr große Überraschung parat hält und mir aufgrund dieser Wendung wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird!




"Vier.Zwei.Eins: 4 Menschen, 2 Wahrheiten, 1 Lüge" von Erin Kelly ist ein ruhiger erzählter Roman, der aber von Anfang an zu überraschen weiß. Die Autorin schafft es meisterhaft, den Leser in eine gewisse Richtung zu drängen und ihm am Ende nicht nur zu überraschen, nein, auch zu schockieren! Eine absolute Empfehlung von mir!

Sonntag, 4. November 2018

[Leserunde] Desperation - Stephen king

Es geht wieder los! Am 5. November startet hier unsere nächste "King"-Leserunde zu "Desperation" und natürlich ist jeder herzlich willkommen, der noch spontan zu uns stoßen will!




Inhalt

"Peter und Mary Jackson geraten auf ihrer Fahrt durch Nevada in einen ausweglosen Alptraum: Ein psychopathischer Fremder verschleppt sie in die verlassene Bergarbeiterstaddt Desperation, wo in einem Minenschacht das Monster TAK haust. TAK ernährt sich aus der Lebensenergie von Menschen ..."

Aufteilung

1. Abschnitt - Anfang bis Erster Teil, Kapitel 4
2. Abschnitt - Erster Teil, Kapitel 5 bis Zweiter Teil, Kapitel 1
3. Abschnitt - Zweiter Teil, Kapitel 2 bis Zweiter Teil, Kapitel 5
4. Abschnitt - Dritter Teil (Komplett)
5. Abschnitt - Vierter Teil, Anfang bis Vierter Teil, Kapitel 4
6. Abschnitt - Vierter Teil, Kapitel 5 bis Ende

Wer liest mit?

Heidi Oehlmann (Autorin)
Ich :D


Samstag, 3. November 2018

[Rezension] Der Tod so nah - Belinda Bauer

Titel: Der Tod so nah
Autor:  Belinda Bauer
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 15. Oktober 2018
Anzahl der Seiten: 448
Cover und Inhaltsangabe © Goldmann

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Rezensionsexemplar!


"Eve Singer braucht den Tod. Als Reporterin für eine »True Crime«-Sendung kann sie gar nicht schnell und nah genug an Mordopfer herankommen. Ihr Publikum lechzt nach immer neuen, immer blutigeren Reportagen. Aber die Konkurrenz schläft nicht, und Eve muss aufpassen, dass andere ihr nicht am Tatort zuvorkommen. Als ein Serienkiller sie kontaktiert und einlädt, die erste am Schauplatz seiner nächsten Taten zu sein, kann sie nicht widerstehen. Doch sie lässt sich auf ein gefährliches und unmoralisches Spiel ein, dessen Regeln nur der Mörder bestimmt ..."




Im letzten Jahr hat mich "Totenkind", mein allererstes Buch von Belinda Bauer, angenehm überrascht. Ich mochte besonders die einfühlsame Herangehensweise und die tiefgründigen Einblicke in die Gefühlswelt der Protagonistin. Auf das neueste Werk der Autorin war ich daher sehr gespannt, muss aber hier gleich sagen, dass ich doch etwas über den doch recht klischeehaften Aufbau enttäuscht war. "Der Tod so nah" ist hierbei ein typischer Thriller, der vom Ablauf keinerlei Überraschungen bietet.

Leider habe ich den tiefgründigen Stil, den ich bei "Totenkind" so sehr geliebt habe, in diesem Buch vermisst. "Der Tod so nah" ist doch eine recht distanzierte Geschichte über einen recht typischen Serienkiller, der, was auch nicht besonders neu ist, eine Reporterin mit ins Boot holt. Leider muss ich sagen, dass der Thriller mir vom Schreibstil und Aufbau viel zu einfach war. Es geschah nichts, das ich nicht erwartet hätte ...




- Eve Singer -

Leider ist Eve auch alles andere als eine sympathische Protagonistin. Sie arbeitet für ein Sendung, in der es um Mord geht, der natürlich stets ausgeschlachtet und optimal vermarktet wird. Je schonungsloser desto besser. Schnell wird zwar klar, dass Eve der Job schon lange über den Kopf gewachsen ist, doch dennoch klammert sie sich fest und will immer die beste Story abliefern - ganz gleich wie hoch der Preis dafür ist.

Natürlich hat unsere Protagonistin auch noch eigene Probleme: Sie muss sich nämlich um ihren Vater kümmern, der an Demenz leidet. Diese privaten Sorgen ziehen sich durchs ganze Buch, waren für mich aber leider wieder einmal nur Lückenfüller.

- Serienmörder -

Dann haben wir auf der anderen Seite natürlich noch den Serienmörder, der für mich aber wenig bedrohlich daherkam. Aus seinen Abschnitten setzt sich nach und nach ein Bild zusammen, warum er sich denn scheinbar wahllos Opfer aussucht. Teilweise konnte ich ihn verstehen, teilweise war mir das Bild, das die Autorin von ihm geschaffen hat, zu blass, was leider auch dazu geführt hat, dass wir keine näheren Einblicke in seine Hintergründe und vor allem auch seine Motivation bekommen.




Ich habe schon seit einigen Wochen das Gefühl, dass gerade die aktuellen Thriller kaum etwas Neues bieten. So war "Der Tod so nah" von Belinda Bauer eigentlich ein Buch, auf das ich mich gefreut hatte, denn "Todeskind" hatte mich im letzten Jahr wirklich begeistert. Es war ein Buch, das keinerlei Klischees besaß und zu überraschen wusste, doch ihr neuestes Werk ist das komplette Gegenteil davon ...

Wir haben hier eine Reporterin, die plötzlich von einem Serienkiller kontaktiert und eingeladen wird, am Tatort live bei den Morden dabei zu sein. Allerdings besitzen die Morde, besonders durch ihre Willkür, keine Dynamik. Es läuft alles recht schnell ab und im Anschluss geht es um pure Ermittlungsarbeit von unserer Reporterin Eve, die hier durch die Kontaktaufnahme des Killers plötzlich auch persönlich involviert ist.

Vom Gefühl her war dieses Buch auch mehr Krimi als Thriller. Zwar gewährt uns die Autorin, genau wie Chris Carter in seinen Thrillern, einen Blick auf die Opfer unmittelbar vor der Tat.. Der Mord selbst wird aber nur flott erzählt und besitzt dabei auch nichts Bedrohliches. Allein vom Stil her hätten gerade diese Abschnitte spannend sein müssen, aber da der Killer nicht näher beleuchtet wird, bleibt es einfach nur eine Tat von einen Fremden an einen Fremden.

Leider hat mir auch die Darstellung des Killers nicht zugesagt. Da wir ihn als Leser früh kennen lernen und auch seine "Beweggründe" aufgetischt bekommen, hat er nichts Mysteriöses an sich. Irgendwie wirkte er auf mich sehr schwach und daher auch nicht wirklich gefährlich. Das führt leider dazu, das von ihm keine Bedrohung ausging und ich sein wahres Motiv auch nicht so recht zusammensetzen konnte.

Auch die privaten Problemchen von Eve hätte ich nicht gebraucht. Immer wieder wird ihr Vater thematisiert, was für mich nur von der Haupthandlung abgelenkt hat. Klar, auch Eves Vater wird noch eine "größere" Rolle spielen, aber da ich Eve eh sehr unsympathisch fand, war mir dieser Handlungsstrang zu eintönig.

Der große Showdown am Ende könnte dann aus einem Handbuch für den "perfekten Thriller" stammen. Hier kommt dann erst mal unpassende Action dazu, die einfach nicht zu dem Bild passen will, das die Autorin von dem Killer geschaffen wird. Besonders lächerlich und enttäuschend fand ich dann auch die allerletzten Seiten, die diesen 0815-Thriller ungewollt lächerlich erscheinen lassen!




"Der Tod so nah" von Belinda Bauer hat mich leider über mehrere hundert Seiten gelangweilt. Der Killer bleibt blass, die Protagonistin unsympathisch und die Hintergründe zu den Morden werden nur kurz angeschnitten. Miträseln ist hier auch nicht möglich, da der Killer sich schon früh offenbart ... Für mich einer der schwächsten "Thriller" der letzten Monate und nicht mit Belinda Bauers "Totenkind" vergleichbar!

Donnerstag, 1. November 2018

[Monatsrückblick] Mein Lesemonat Oktober 2018

Happy Halloween! ;)
Jetzt ist der Oktober bereits um und ich blicke auf eine Vielzahl toller und vor allem abwechslungsreicher Bücher zurück. Da in diesem Monat Halloween war und ich keine passende Lektüre gefunden habe, habe ich mich entschlossen, endlich einmal John Sauls "Blackstone Chroniken" zu lesen. Das ist mir im Oktober auch gelungen!

Ansonsten war wieder eine tolle Mischung dabei. Mitte Oktober hat ein wenig geschwächelt, denn da hatte ich 2 oder 3 Bücher, die mich nicht so recht begeistern konnte, aber mit "Deine Juliet" von Mary Ann Shaffer und Anni Barrows habe ich tatsächlich dann doch noch ein neues Lieblingsbuch gefunden!

Im Oktober habe ich 12 Bücher gelesen und eins abgebrochen!

- Roman -


- Horror -



- Thriller -


 - Abgebrochen -





Cover © btb



Hier fällt mir die Entscheidung nicht schwer: Ich hatte Juliet aus dem Briefroman "Deine Juliet" von Mary Ann Shaffer und Anni Barrows schon nach wenigen Seiten in mein Herz geschlossen, genau wie Elizabeth, die allerdings in den Briefen nur erwähnt wird, selbst aber nicht in Erscheinung tritt. Ich war überrascht, wie nah einem Menschen doch nur durch solch persönliche Briefe kommen können!


Cover © Suhrkamp



Hier muss ich einfach Cason aus "Gluthitze" von Joe R. Lansdale nennen. Zu Beginn der Geschichte dachte ich nicht, dass ich mich mit ihm anfreunden kann, da er doch so wirkte, als wäre er ein verlorener Trinker und Schläger, aber im Laufe der Geschichte hat er sich doch zu einem tollen Charakter entwickelt, Besonders sein trockener Humor hat mir hier gefallen!


Cover © Bastei Lübbe



Meinen gruseligsten Buchmoment hatte ich auf jeden Fall bei den "Blackstone Chroniken", auch wenn ich sagen muss, dass ich mich nicht zu Tode erschreckt hatte oder aber wirklich zitternd unter der Bettdecke lag. Leider passiert mir das bei Horrorüchern mittlerweile nur noch sehr selten, ich bin wohl bereits zu abgebrüht. "Der Atem des Drachen", der dritte Teil der "Blackstone Chroniken" hatte mit der Vorgeschichte des Feuerzeugs, das hier das nächste Geschenk wird, aber tatsächlich für eine unheimliche Atmosphäre gesorgt!


Cover © Suhrkamp



Im Thrillerbereich hatte ich im Oktober leider kein wirklich gutes Händchen bewiesen. Wirkliche Spannung kam bei mir tatsächlich nur bei dem Roman "Gluthitze" von Joe Lansdale auf. Der Showdown hat mich echt atemlos zurückgelassen!


Cover © btb



Es gab in diesem Monat nur ein Buch, bei dem ich an vielen Stellen weinen musste: "Deine Juliet" von Mary Ann Shaffer und Anni Barrows. Die vielen kleinen Erlebnisse während des Krieges, die hier in den Briefen ausgetauscht werden, haben mich echt mitgenommen! Gleichzeitig musste ich an einigen Stellen aber auch weinen, weil es doch auch in dieser düsteren Zeit immer noch Menschlichkeit gab. Besonders der Zusammenhalt der Inselbewohner hat mich berührt!


Und wie sah euer Oktober so aus? Seid ihr zufrieden?


Dienstag, 30. Oktober 2018

[Rezension] Die Blackstone Chroniken (Band 6): Das Irrenhaus - John Saul

Titel: Die Blackstone Chroniken (Band 6): Das Irrenhaus
Autor:  John Saul
Genre: Horrorroman
Erscheinungsdatum: 1998
Anzahl der Seiten: 127
Cover und Inhaltsangabe © Bastei Lübbe

Achtung! Band 6 einer Fortsetzungsreihe!




"Monatelang hat das Böse, das in dem leerstehendem Irrenhaus wieder zum Leben erwacht ist, mit seinen unheilbringenden Geschenken das ehemals friedliche Blackstone terrorisiert. Jetzt verharren die Einwohner in angsterfülltem Schweigen. Wird es wieder passieren? Wen wird es als nächsten treffen? Und das Böse holt zum letzten Schlag aus ..."




Für den Oktober hatte ich mir als großes Ziel gesetzt, endlich die "Blackstone Chroniken" von John Saul zu Ende zu lesen. Das ist mir nun mit diesem sechsten und letzten Band gelungen und ich werde hier einmal ein abschließendes Urteil zu der Reihe geben, die es übrigens (und das macht für mich mehr Sinn!) auch als Komplettband gibt.

Das Thema der Fortsetzungsromane fand ich spannend. John Saul wollte, nachdem Stephen King "Green Mile" als Fortsetzungsroman herausgebracht hat, dies ebenfalls einmal ausprobieren. Dabei ist jedes Büchlein natürlich mit seinen exakt 127 Seiten recht kurz gehalten. Der Autor gibt zum Ende des letzten Bandes auch zu, dass sich einige Logikfehler eingeschlichen haben, was dem Umstand zu verschulden ist, dass alle Teile zeitnah und scheinbar unter Zeitdruck entstanden. Teilweise ist das der Reihe auch anzumerken!

Da die Atmosphäre für mich stimmig war, fiel es nicht groß ins Gewicht, dass die Geschichte selbst oftmals etwas gekürzt wurde. Ich hätte mir hier aber pro Band tatsächlich noch gut 100 Seiten mehr gewünscht, um wirklich alle vorkommenden Bewohner von Blackstone näher kennenzulernen.

Im Fokus der ganzen Geschichte stand ja von Anfang an Oliver, auch wenn es immer Einblicke in jene Menschen gab, die plötzlich jene bösen Geschenke vorfinden. Diese Einblicke hatten mir in den Anfangsbänden gut gefallen, später hat es nachgelassen, da wir der Lösung, wer denn hinter alledem steckt, immer näher kommen und sie praktisch nach dem dritten Teil schon wissen.

Schade fand ich, dass Rebecca, die ich in den ersten Büchern wirklich ins Herz geschlossen habe, schon im fünften Teil bereits aufs "Abstellgleis" verfrachtet wurde. Die Gefahr, die hier vorherrschen soll, war für mich nicht direkt spürbar.

Kommen wir nun aber endlich zum allerletzten Band, in dem natürlich die Geschichte endlich aufgelöst wird. Der Leser hat natürlich vieles bereits ahnen können und so dient dieser Band nun nur dazu, endlich alle aufzudecken und das Irrenhaus noch einmal aufleben zu lassen. Die schlimmen Taten, die hier geschehen sind, sollen schließlich nicht vergessen werden!

Hier geht es direkt um Oliver und seinen Onkel, der das allerletzte Geschenk bekommt. Nun wird die ganze Geschichte rund, allerdings muss ich tatsächlich sagen, dass ich mit dieser Auflösung schon nach dem dritten Band gerechnet hatte und mir hier die Spannung deswegen etwas zu kurz kam.

Interessierten Lesern würde ich hier tatsächlich empfehlen, die Gesamtausgabe zu lesen, da die sechs Bände eigentlich nur eine Geschichte sind und sie zusammengenommen auch nur die Länge eine durchschnittlichen Romans haben!




Für Horrorfans lohnt sich ein Blick auf die "Blackstone Chroniken" auf jeden Fall, vor allem, wenn ihr, genau wie ich, Oldschool-Horror bevorzugt. Die Atmosphäre ist toll, die Charaktere ebenfalls, nur die Idee hinter diesem Fortsetzungsroman funktioniert aber leider nur bedingt!